ERFOLGSFAKTOR NACHHALTIGKEIT

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Nachhaltigkeit nur durch Digitalisierung?
Vier Fragen an den Fashion-Experten Armin Kämmerer


Warum entscheiden sich Fashion-Unternehmen für Nachhaltigkeit? Welche Grundprinzipien der Digitalisierung helfen dabei, Effizienz und Umweltbewusstsein in Einklang zu bringen? Mehr über die Markterfahrungen unseres Fashion-Experten Armin Kämmerer lesen Sie im Interview mit der SPH Redaktion.



Herr Kämmerer, im ersten Teil unserer Interviewreihe erwähnten Sie das Thema Nachhaltigkeit. Die Konsumenten schauen also heutzutage beim Kauf genauer hin?
Genau. Sie fragen sich: Was macht die Marke, die ich gerne einkaufe, zu diesem Thema heute und welche Pläne gibt es für die Zukunft? Es reicht künftig nicht mehr aus, damit zu werben, dass z. B. biologisch angebaute Baumwolle verarbeitet wird, sondern: Wie sieht die gesamte Lieferkette aus? Wie wird das Wasser gereinigt, das zum Waschen meiner Jeans benötigt wird? Wie wurde der Strom erzeugt, der für die Maschinen zum Nähen des Produktes benötigt wird? Wie sind die Arbeitsbedingungen der Menschen, die mein Produkt herstellen? Wieviel Energie und Ressourcen wurden verbraucht, damit das von mir erworbene Produkt vom Produzenten in meinen Kleiderschrank kommt?

Was tun Unternehmen, um diesen Herausforderungen Rechnung zu tragen?
Aktuell beschäftigen sich Unternehmen wie beispielsweise C&A oder CGC Fashion damit, wieder in Deutschland zu produzieren. Maibom Textilvertriebs GmbH wirbt damit, ihren Stoff wieder in Deutschland herzustellen. Daraus ergeben sich für die Zukunft neue Fragen, wie: Gibt es in Deutschland die notwendigen Fachkräfte? Wie sind die Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten? Ein weiterer Punkt ist das Thema Secondhand-Mode: Unternehmen wie Zalando, Mädchen Flohmarkt, Vinted, etc. widmen sich dem Thema „Zalando Zircle“ oder „Kleiderkreisel“, dem Verkauf und Verleih von Secondhand-Produkten. Der Bergsport-Spezialist Ortovox, der auch Mitglied in der Expertengruppe Kreislaufwirtschaft des Bündnisses für nachhaltige Textilien ist, baut seinen Verleih-Service aus. Gerry Weber hat in 30 Pilotfilialen Sammelboxen für Altkleider und Schuhe aufgestellt. Bekleidung, die sich zum erneuten Tragen nicht mehr eignet, wird zu Kleiderbügeln verarbeitet, die dann wiederum in einigen Filialen genutzt werden.

Wie kann die Digitalisierung dabei helfen?
Wichtig ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz – Digitalisierung vom Konzept bis zur Umsetzung, also vom ersten Entwurf über Entwicklung und Design bis zum Versand der Ware. Jedes Unternehmen entlang der Supply Chain kann dazu beitragen, die Fashion-Branche nachhaltiger zu gestalten, sei es durch ressourcenschonendes 3D-Design, kundenorientiertere Produktion oder auch durch Lösungen, Mode für die Konsumenten digital erlebbar zu machen. Die Auswirkungen sind durchweg positiv, sowohl in betriebswirtschaftlicher als auch in ökologischer Hinsicht.

Was kann in dieser Hinsicht noch verbessert werden?
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Mensch und Umwelt ist den Unternehmen heute mehr Anliegen als Verpflichtung. Doch was man nicht messen kann, kann man nicht verbessern. Eine integrierte Unternehmenssoftware bietet Transparenz über die gesamte Liefer- und Wertschöpfungskette durch mess- und kontrollierbare Indikatoren. Unternehmen können einfacher Risiken identifizieren und somit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.


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In Teil 3 unserer Interviewreihe, das Sie in Kürze hier lesen können, werden wir uns dem Thema Supply Chain widmen.

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